Waldbaden in Malente
In Malente,  Natur pur

Waldbaden in Malente

Natur tut gut, gerade jetzt. Und ganz besonders im Wald finden wir frische Luft, Ruhe, Inspiration und vielleicht auch das ein oder andere Eichhörnchen oder gar Wildschwein. Was wir darüber hinaus noch entdecken können, vermittelt Waldbademeisterin Hilke Clausen beim Waldbaden in Malente. Waldbademeisterin? – Was ist denn das?

Der Anfang ist schwer. Wir stehen auf einer Halbinsel im Holm, einem besonders schönen Waldstück zwischen der Diekseepromenade in Malente und dem Dorf Niederkleveez. In einen Stein sollen wir negative Gedanken oder Ängste packen. Zur Not tut´s auch ein Stock. Stein und Gedanken tragen wir zum Ufer und schmeißen beides im hohen Bogen ins Wasser. Ich habe meine Vorbehalte „Bitte keine Esoterik“ in den See versenkt. Und los geht’s.

Steinwurf
Weg mit schlechten Gedanken...
Waldbaden am Seeufer
...und eintauchen in den Wald
Unterwegs mit der Waldbademeisterin Hilke Clausen

Hilke Clausen ist zertifizierte Waldbademeisterin. In sieben Seminaren hat die Waldpädagogin gelernt, was hilft, den Wald in seiner ganzen Vielfalt wahrzunehmen. Mit allen Sinnen.

Es geht um Achtsamkeit und Sensibilisierung für die Umgebung. Das Waldbaden heute beginnt mit der Frage, wie wir den Wald sehen und nutzen. Als Spaziergänger oder Jogger? Hängen wir unseren Gedanken nach, schmieden Pläne oder beobachten Tiere? Oder ist uns der Wald unheimlich?

Egal, was es ist und ob wir es äußern. Alles ist erlaubt, eine Wertung findet nicht statt. Vielmehr leitet uns Hilke Clausen zu verschiedenen Übungen an. Wie etwa bewusstem Atmen im Einklang mit Bewegungsabläufen, horchen auf das, was zu hören ist, Barfuß gehen und den Waldboden spüren.

Widerstand gegen all das habe ich mit dem Stein in den See geworfen und lasse mich einfach mal ein. Und ich muss sagen, es macht Spaß. Ich tauche immer tiefer in die Welt des Waldes ein, meine Sinne schärfen sich, ich rieche Wasser und Erde, höre die Wildgänse, unterscheide Vogelstimmen und sehe eine Waldmaus durchs Unterholz huschen.

Die Waldbademeisterin: Zurück zu den Wurzeln

Dass mir all das unter Anleitung gelingt liegt vor allem an Hilke Clausens Art. Sie ist durchdrungen von der Freude am Wald, gibt weiter, was sie weiß ohne aufdringliches Sendungsbewusstsein. Bereits als Kind durchstreifte sie mit ihrem Vater, einem Biologen, die Gegend und lernte Kräuter, Käfer, Vögel- und Baumarten kennen. Auch dieses Wissen lässt sie hin und wieder einfließen.

im Wald
Sich einlassen und bewusst wahrnehmen. Manchmal können andere Teilnehmer dabei helfen.
Waldbaden Baum
Variierende Aufgaben helfen dabei, sich dem Wald auf verschiedenste Art zu nähern. Beispielsweise führt eine Teilnehmerin der Waldbadegruppe eine andere mit Augenmaske zu einem Baum, den sie allein durch Tasten erfassen und später ohne Augenmaske wiederfinden soll. Gelingt nicht immer...
LandArt
Landart 1 aus Federn, Moos, Holz und Bucheckern
LandArt
Landart 2 aus Baumstück, Seemuscheln und trockenen Gräsern

Es gibt auch einen kreativen Part. Wir sollen etwas erschaffen, aus dem, was wir in unmittelbarer Umgebung finden. „Landart“ für Waldgänger. Anstatt die eigenen Ansprüche an Großartigkeit zu bedienen, halten wir einfach die Augen offen, schauen, was der Wald zu bieten hat und versinken in der Tätigkeit. Nach und nach wird der Wald immer präsenter, der Kopf leerer, die Sinne wach. Und zur Belohnung geht´s in die Hängematte, gespannt zwischen zwei Buchen. Glück allein.

Hilke Clausen
Hilke Clausen liebt den Wald. Die Verlagsbuchhändlerin arbeitet nun als Waldbademeisterin.
Waldbademeisterin Hilke Clausen
Auch eine Geschichte passend zum Thema gehört mit zu einer Waldbade-Einheit.

Was aber ist das Besondere am Waldbaden? In Japan ist Waldbaden (Shinrin-yoku) äußerst beliebt und zählt zu einer anerkannten Stress-Management-Methode.

Natürlich kann man etwa bei einem Spaziergang den Wald allein erleben. Die Übungen jedoch helfen die Natur nicht nur als Kulisse zu betrachten. Sie dienen als Instrumente zum Runterkommen und sich ganz und gar auf die Umgebung einzulassen. 

Wer Lust hat das mal auszuprobieren meldet sich bei Hilke Clausen. Sehr empfehlenswert!

www.wald-und-ich.com oder bei der Tourist Information Malente.

Wald
Bäume kommunizieren – wie übrigens alle Pflanzen und auch Insekten über chemische Substanzen.

„Dabei handelt es sich um Moleküle, das sind winzige chemische Einheiten dieser Substanzen, die aus Atomen bestehen. Diese Moleküle können durchaus mit der menschlichen Sprache verglichen werden, denn genauso wie unsere Wörter tragen sie in der Welt der Pflanzen bestimmte Bedeutung und somit Informationen. Die meisten dieser chemischen Verbindungen gehören zu der Stoffgruppe der Terpene. Das ist eine sehr große Gruppe der sekundären Pflanzenstoffe mit fast 40.000 Vertretern. Terpene sind beispielsweise in ätherischen Pflanzenölen enthalten und werden als Duftstoffe von den Pflanzen abgesondert. Beim Aufenthalt im Wald trifft unser kommunikatives Immunsystem auf die kommunikationsfähigen Bäume, Sträucher, Büsche, Ranken und Kräuter. Wir atmen die mit Terpenen angereicherte Waldluft ein, was einen sehr positiven Effekt auf die Gesundheit hat.“

waldbaden.jetzt/was-ist-waldbaden

 

Der Aufenthalt im Wald bewirkt:

  • Stärkung des Immunsystems
  • Senkung des Blutdrucks
  • Verminderung von Stress
  • Verbesserte Stimmung
  • Verbesserte Konzentrationsfähigkeit
  • Beschleunigte Genesung nach Krankheiten
  • mehr Energie
  • besserer Schlaf

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