Kräuter auf Brett
Essen & Trinken,  In Malente,  Natur pur

Kräuter sammeln im Frühling

Im Frühling macht Kräuter sammeln rund um Malente besonders viel Spaß. Denn in dieser Jahreszeit lassen sich Heil- und Würzpflanzen leichter erkennen, da die Natur noch nicht wuchert. Die Sonne scheint auch im Wald und Triebe, etwa von Brennnesseln, sind besonders zart. Apropos Brennesel: Die schmecken in Olivenöl gebraten mit Knoblauch und gerösteten Sonnenblumenkernen zu Pasta super lecker. 

Alle Kräuter
Alle auf einmal: Giersch drängt von links unten quer durchs Bild. Die drei größten Pflanzen sind Knoblauchrauken kurz vor der Blüte und rechts gedeihen Taubnesseln mit lila Blüten, die als essbare Deko auf z.B. auf Salat gestreut werden können. Man kann den süßen Nektar aussaugen. Wenn die Blüte nach nichts schmeckt, war eine Hummel schneller. Die lieben den Blütennektar ganz besonders. Es sei ihnen gegönnt.
Kräuter sammeln: was Wald und Wiese hergeben

Giersch hingegen landet auch nach dem 10. mal Testen im Biomüll bzw. bleibt einfach stehen, wo er ist. Kräuterfans verteidigen das alte Heilkraut (gut gegen Arthrose, Gicht und schmerzende Gelenke), verarbeiten es zu Tees und Quiches, preisen zu recht die Schönheit seiner Blüten. Erstaunlicherweise wuchert er in der Natur bei weitem nicht so hartnäckig wie im eigenen Garten. Denn andere Wildkräuter können sich gegen die Bodenkracke behaupten und schmecken definitiv besser.

Mein Lieblingspflänzchen unter den Frühlingskräutern ist die Knoblauchrauke, die ähnlich weit verbreitet ist wie Giersch. Sie stellt eine echte Alternative zu Bärlauch dar, der sich in Norddeutschland eh äußerst rar macht.

Knoblauch
Kräuterküche für Anfänger
Kräuter für Pesto
Mmmhh, lecker. Geht immer: Pesto aus Knoblauchrauke. Blätter fein hacken, in Olivenöl schmeißen, geröstete Sonnenblumenkerne dazu, Salz, Pfeffer und 2-3 Stückchen Zitronenschale (Bio natürlich). Kann bereits nach rund 30 Minuten gegessen werden und hält zwei, maximal drei Wochen unter Öl.
Gänseblümchen
Gänseblümchen, aufgebrüht mit heißen Wasser, wirken appetitanregend und können bei Husten helfen.

Gänseblümchen schmücken nicht nur jeden Rasen, sondern verfeinern auch Stullen und Boullions, zumindest optisch. Sie können mitgegessen werden. Herzallerliebst und als Geschenk eine süße Überraschung ist Gänseblümchengelee. Die Zubereitung ist einfach: Blütenköpfe auf Tuch auslegen, damit Insekten wegkrabbeln können. Blüten im Wasser aufkochen, über Nacht stehen lassen und anschließend durch ein Sieb filtern. Mit Gelierzucker und Zitronensaft kurz aufkochen und sofort in Schraubdeckelgläser füllen und verschließen.

Zutaten:
Heilpflanze "Dr. Gundermann"

Wenig bekannt, wenn auch allerorten präsent, ist der Gundermann. Was für ein Name! Er kriecht am Boden und lässt sich im Frühling an seinen lila Blüten und kleinen grün-violetten Blättern erkennen. Er schmeckt etwas ätherisch, ist als Heilpflanze jedoch top: Blüten und Blätter helfen in Form von Tee (Pflanzenteile einfach mit heißen Wasser aufgießen) bei Magenverstimmung, Durchfall, Husten und Halskratzen.
Gundermann ist ein vitaminreicher Alleskönner. Sein Name verrät seine wahre Berufung: „Gund“ leitet sich vom altdeutschen Wort gunt = Eiter ab. Die Volksmedizin rät bei schlecht heilenden Wunden und Hautausschlägen saubere und zerdrückte Blätter direkt auf die Hauterkrankungen zu legen oder einen Teeaufguss für Umschläge zuzubereiten.

Gundermann
Heilkraut Gundermann gilt als Alleskönner und wird dennoch kaum beachtet. Dabei ist er beinahe überall dicht am Boden zu finden.
Dinkelpasta
Dinkelpasta mit gebratenen Brenneseltrieben in Olivenöl, gerösteten Sonnenblumenkernen an frischer Knoblauchrauke, verfeinert mit lila Gundermannblüten und gelben Scharbockskrautblüten (nur als Deko).
Waldmeister
Im April liegt ein feiner Duft von Waldmeister in der Luft. Wer dabei auf die Idee kommt, eine Maibowle anzusetzen, sollte sich zuvor schlau machen über das doppeldeutige Waldkraut, denn die jungen Blätter des Waldmeisters können entzündungshemmend und krampflösend wirken, zu hoch dosiert verursachen sie Kopfschmerzen und sogar Leberschäden. Mir persönlich ist die Verwendung, wann, wieviel und was genau zu kompliziert. Schnuppern ist doch auch schön!
Kräuter sammeln
Kräuter sammeln direkt am Wegesrand ist übrigens keine gute Idee, denn Hunde und Pferde düngen hier spontan.
Buchtipp:
Besonders schmackhafte Wildkräuter im Frühling:

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