Reh im Wildpark Malente
Besondere Orte,  In Malente,  Natur pur

Wildpark Malente – Die Frischlinge sind los!

Ganz schön viel los im Wildpark Malente. Die Bachen haben geworfen, und mindestens 13 Frischlinge rasen durchs Wildschweingehege. Sie sind ein wenig außer der Zeit, denn eigentlich kommt der Nachwuchs im Frühjahr und nicht wie jetzt im Sommer. Der Klimawandel zeigt sich gerade von seiner netten Seite. Zu süß sind die Kleinen.

Frischlinge im Wildpark Malente
Gerade einen Monat alt

Wildschwein Heidi allein' zu Haus'

Die Frischlinge sind die Attraktion im Wildpark Malente. Der heimliche Star jedoch ist Heidi. Obwohl sie ihre Streifen längst verloren hat und aussieht wie eine Allerweltssau, kommen Menschen nur ihretwegen. Manche sogar täglich. Denn Heidi hört auf ihren Namen und hat eine glamouröse Vergangenheit, zumindest gemessen an einem Schweineleben. Verlassen von ihrer Mutter und ohne Geschwister irrte sie durch die Rixdorfer Wälder und Felder. Ein Förster schließlich nahm sich ihrer an und zog sie liebevoll mit der Flasche groß. Heidi wuchs in der sicheren Geborgenheit zweier Jagdhunde auf und begleitete den Förster fortan auf seinen Wegen. Zumeist an der Leine. Die Monate vergingen und Heidi lernte Jägerlatein, warf sich auf den Rücken, wenn ihr Gebieter „Blattschuss“* rief. 

Die Hunde, das Schwein sowie das Herrchen waren ein munter lustiges Gespann. Doch wer will auf Dauer schon eine Wildsau im Garten haben?

  • *) Als Blattschuss wird in der Jägersprache seit dem 19. Jahrhundert ein Schuss bezeichnet, der in den Bereich des Schulterblattes von Schalenwild (Rehwild, Rotwild, Schwarzwild etc.) trifft. (Wikipedia)
Wildsau im Wildpark Malente
Ist das Heidi? – Wer's wissen will ruft einfach ihren Namen. Sie hört aufs Wort.

Heidis Tage in Rixdorf waren gezählt. Sie war einfach zu groß für ein Menschenleben. Ein neues Heim fand sie bei ihren Artgenossen im Wildpark Malente. Dort sucht sie nun Anschluss. Bisher allerdings vergeblich. Die anderen Schweine im Rudel wollen nichts mit ihr zu tun haben. Noch nicht. Bis dahin bekommt sie eine extra Portion Gemüse von ihren Fans.

Keine Pasta, bitte!

Die Wildschweine (Schwarzwild) haben viel Platz in ihrem Gehege. Das Damwild bewegt sich innerhalb des Wildparks sogar frei und ist recht zutraulich. Manchmal sieht man kein einziges Exemplar. Morgens oder abends jedoch lassen sich ganze Rudel, im Augenblick sogar mit Nachwuchs, auf der Wiese beobachten. Besonders in der Dämmerung sind manche Tiere beinahe zahm und fressen aus der Hand.

Aber bitte keine Nudeln! Und schon gar keinen Zucker.

Reh im Wildpark Malente

Nudeln und auch Brot verursachen Verdauungsprobleme. Gemüse, Salate, Äpfel, Birnen, Eicheln und Kastanien etwa sind willkommen.

Reicht natürliches Futter wie Gras und Rinden den Tieren? Rot- und Damwild benötigen nur im Winter Zufutter. Die Wildschweine werden das ganze Jahr über versorgt. Zweimal am Tag füttern ehrenamtliche Helfer die Tiere. Das Futter spendet die „Plöner Tafel“. 

Ganz erstaunlich ist, dass dieses riesen Areal mit all den kleinen und großen Tieren hauptsächlich von einem Verein getragen, organisiert und gepflegt wird. Und das ehrenamtlich und umsonst. – Vielen Dank!

Wer mag, kann für 20 Euro Jahresbeitrag Mitglied werden. Auf der Website www.wildpark-malente.de findet man ganz unten auf der Seite im Download-Bereich das Formular für die Beitrittserklärung.

Helfer sind auch immer willkommen.

Der Wildpark Malente ist ganzjährig geöffnet, Eintritt kostenfrei!

Und noch ein Tipp für angehende Ornithologen

Unterhalb des Wildschweingeheges steht ein Kreis aus Vogelhäuschen. Wenn man ein paar Minuten auf einer der Bänke ruhig verharrt, sieht und hört man hier besonders viele Vogelarten.

Vogelhäuser

Mal was Anderes: eingezäunte Vogelhäuschen. Aus Vogelperspektive sind hier die Menschen hinter Gittern.

Sau mit Frischlingen

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